Allgemeines zum Unterricht

In Inklusionsklassen (kurz I-Klassen) unterrichten die Lehrer/innen sowohl nach dem Rahmenlehrplan für die Grundschule als auch individuell nach dem Rahmenlehrplan für den Förderschwerpunkt Lernen. Sie lehren aus der Überzeugung, dass die meisten Kinder aus sich heraus lernfähig und lernwillig sind. Kinder lernen um so mehr, je weniger sie belehrt werden. Für das Erlernen von Lesen und Schreiben in der bei uns jahrgangshomogen organisierten Schulanfangsphase (SAPH) orientieren sich die Pädagog/innen an der Methode „Lesen durch Schreiben“ des Schweizer Pädagogen und Psychologen Dr. Jürgen Reichen.

Ein weiteres Element des Reichen-Konzepts zum selbsttätigen Lernen ist der sog. Werkstattunterricht. Dabei arbeiten die Kinder einer Klasse in einer festgelegten wöchentlichen Zeit an unterschiedlichen Inhalten, deren Reihenfolge sie selbst wählen. Sie lernen Schritt für Schritt, ihren Zeitrahmen selbst zu organisieren und können allein, zu zweit oder in einer kleinen Gruppe arbeiten und üben.

Der Werkstattunterricht ermöglicht die individuelle Förderung in allen Lern- und Kompetenzbereichen, erlaubt das Lernen nach eigenem Tempo, trägt zu einer guten eigenverantwortlichen Arbeitshaltung bei, fördert die sozialen Kontakte, erlaubt eine intensive Ausnutzung der Lernzeit, begünstigt entspanntere und konstruktivere Beziehungen in der Klasse und gibt den Pädagogenteams mehr Zeit, Lernwege und Lernergebnisse zu beobachten und einzelne Schüler gezielt zu unterstützen.

Einen wichtigen Teil des Werkstattunterrichts bildet das „Chef-System". Es sieht vor, dass innerhalb der Werkstatt Aufgaben und Verantwortlichkeiten auf die Kinder übertragen werden, die somit jeweils Chefs bestimmter Arbeitsbereiche sind. Die Aufgabe der Chefs ist, Klassenkamerad/innen diese einzelnen Aufgaben in den Werkstatt-Zeiten zu erklären. aller Teilnehmer/innen zu entwickeln und von Mal zu Mal zu verbessern. Im täglichen Unterricht werden die dabei erworbenen Kompetenzen angewandt, gefestigt und erweitert.

Ein weiterer wichtiger Baustein der Erziehung zur Selbstständigkeit, Gruppenfähigkeit und Kommunikationskompetenz ist die „Pädagogische Schulentwicklung“ (PSE) von
Dr. Heinz Klippert. Klippert ist Trainer, Berater und Ausbilder für Pädagogische Schulentwicklung. Nach Klippert bedeutet Lernen nicht nur den Erwerb von Fachwissen, sondern immer auch einen Zuwachs an persönlichen Kompetenzen in Methodik, Kommunikation und Teamfähigkeit. Schüler/innen werden angeleitet, eigenverantwortlich zu arbeiten und zu lernen. Dies gelingt nur in einer neuen Lehrerrolle, die darin besteht, Lernumfelder zu schaffen, Lernprozesse anzuregen und die Reflexion über das eigene Lernverhalten anzuleiten. Die Pädagog/ innen werden zu Moderator/innen und Berater/innen.

Von 2001 bis 2003 war die Comenius-Schule Modellschule innerhalb des Projektes Pädagogische Schulentwicklung. 56 Lehrer/innen haben an den entsprechenden Fortbildungen teilgenommen. Um diese Formen des Lehrens und Lernens zu festigen, wird seither zweimal jährlich ein einwöchiges so genanntes Sockeltraining durchgeführt. Das ursprünglich für Oberschulen entwickelte Konzept wurde in der Comenius- Schule modifiziert, so dass auch unsere Grundschüler/ innen teilnehmen können.

Dabei wird der Schwerpunkt entweder auf das Methodentraining, das Kommunikationstraining oder das Training der Teamentwicklung gelegt. Trainiert wird z.B., einen Text zu markieren, ein Referat zu halten, aktiv bei einem Gespräch zuzuhören oder Gruppenaufgaben arbeitsteilig zu bearbeiten. Dabei orientiert sich PSE immer am Leistungsvermögen bzw. am Entwicklungsstand der teilnehmenden Schüler/innen. Die Arbeitsvorhaben in den einzelnen Klassen werden dokumentiert und können von allen Lehrkräften eingesehen werden. Ziel der „Klippert-Wochen“, wie sie auch genannt werden, ist Selbstkompetenz, Methodenkompetenz und soziale Kompetenz.

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aktualisiert am 29.08.2011